Straßendeckenbeton

Definition

Speziell im höherrangigen Verkehrswegebau werden auf Grund wirtschaftlicher Überlegungen Strassendecken in Beton ausgeführt. Wird der Unterbau und die Betondecke ordnungsgemäß ausgeführt und verfügt sie über eine funktionstüchtige Entwässerung, so werden folgende Gebrauchseigenschaften sichergestellt:

  • Tragfähigkeit
    Da die Betonplatte die Lasten auf die Unterlage verteilt, wird sie geschont. Durch die Vergrößerung der Deckendicke wird die Tragfähigkeit erhöht. Die Tragfähigkeit der Betondecke ist bei jeder Temperatur wirksam.
  • Verformungsstabilität
    Betondecken verformen sich auch bei hohen Temperaturen nicht.
  • Griffigkeit
    Durch die Waschbetonstruktur an der Oberfläche wird die Griffigkeit deutlich verbessert.
  • Helligkeit
    Da Betondecken helle Flächen sind, wird besonders bei Nässe und Dunkelheit die Sicht erheblich verbessert und die Verkehrssicherheit somit erhöht.
  • Lärmmindernde Oberfläche
    Bei Betondecken mit Waschbetonstruktur wird das Rollgeräusch herabgesetzt.
  • Dauerhaftigkeit

Die Lebensdauer einer Betondecke liegt bei ca. 30 Jahren.

Daten und Fakten

Die österreichische Betondecken RVS 08.17.02 stellt Mindestanforderungen an Frisch- und Festbetoneigenschaften (z.B. Biegezug-, Druckfestigkeit, Luftporenkennwerte), gibt Richtwerte für die Zusammensetzung an und setzt Regeln für die Ausführung und den Einbau der Betondecke fest. Dadurch werden die guten Gebrauchseigenschaften der Betondecke gesichert.

Für die Herstellung von Betondecken müssen folgende Punkte gewährleistet sein:

  • Eine dem Stand der Technik entsprechende Kenntnis der Betontechnologie und des Betonbaues
  • Erfahrung im Betondeckenbau
  • Das Vorhandensein von geschultem Fachpersonal mit ausreichender Praxis
  • Der Einsatz der erforderlichen Geräte im nötigen Umfang.

Beton

Die Zusammensetzung des Betons wird auf Grund einer von einer erfahrenen, akkreditierten Prüfstelle durchgeführten Erstprüfung festgelegt. Bestimmt werden vom Unter- und Oberbeton:

  • die Biegezug- und Druckfestigkeiten nach 2 und 28 Tagen
  • die Luftporenkennwerte
  • die 2- und 28-Tage Spaltzugfestigkeit

Bei Beton mit Waschbetonstruktur werden an einer Musterplatte die Rauhtiefe und die Anzahl der Profilspitzen ermittelt.

Straßenbeton wird als frosttaumittelbeständiger Beton ausgeführt. Der Nachweis der Festigkeit wird gemäß RVS 08.17.02 an Balken 12x12x36 cm erbracht. Richtwerte für den Zement- und Luftgehalt von Betonmischgut sowie die Mischzeiten sind unter Abschnitt 13 Tabelle 8 RVS 08.17.02 zusammengestellt. Die Anforderungen an den Beton sind aus Abschnitt 13 Tabelle 9 RVS 08.17.02 ersichtlich. Der Oberbeton mit Größtkorn 8 bzw. 11 mm wird mit einer Waschbetonstruktur ausgeführt. Die Anforderungen an die Oberflächen von Betondecken mit Waschbetonstruktur sind in der RVS 08.17.02 Abschnitt 13 Tabelle 15 zusammengestellt.

Nachbehandlung

Die Oberfläche und die Seitenflächen (bei Einbau mit Gleitschalungsfertiger) der Betondecke müssen sofort nach der Herstellung gegen Austrocknen geschützt werden. Nachbehandlungsmittel müssen der RVS 11.064 Teil II entsprechen.
Die Nachbehandlung erfolgt gemäß ÖNORM B 4710-1 Abschnitt 14.5 bzw. gemäß RVS 08.17.02 Abschn. 5.8. Das Nachbehandlungsmittel ist in einem mindestens zweimaligen Sprühauftrag mit einer der Zulassungsprüfung laut RVS entsprechenden Gesamtmasse (g/m²) aufzusprühen. Um bei geneigten und lotrechten Flächen das Abrinnen zu verhindern, werden tixotrope Mittel verwendet. Es werden bunt eingefärbte Nachbehandlungsmittel empfohlen. Die Anforderungen an die Nachbehandlungsmittel sind in der RVS 08.17.02 Abschnitt 13 Tabelle 13 zusammengestellt. Anstelle von flüssigen Nachbehandlungsmitteln ist das Abdecken der Betonoberfläche zulässig (z.B. mit Folien).

Produkteinsatz:

CEM II/B-S 42,5 N (DZ) DER GRAUE®

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