Spritzbeton

Definition

Spritzbeton ist ein Beton, der durch Spritzen mit hoher Geschwindigkeit aufgetragen wird und bei diesem Vorgang verdichtet wird. Die Anwendungsgebiete erstrecken sich über das gesamte Gebiet des Bauwesens, insbesondere überall dort, wo besondere Bedingungen
vorliegen, wie Entfall der Schalung, Aufbringen in dünnen Schichten, Anforderungen an die Frühfestigkeit und spezielle Baumethoden. Mengenmäßig wird Spritzbeton hauptsächlich im Tunnelbau und bei Baugruben- oder Hangsicherungen verwendet.

Daten und Fakten

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Verfahren zur Herstellung von Spritzbeton:

  • Das Trockenspritzverfahren unter Verwendung von Spritz-Bindemitteln oder von Tunnelzementen mit pulverförmigen oder flüssigen Erstarrungsbeschleunigern bzw. mit ofentrockenen oder feuchten Zuschlägen
  • Das Nassspritzverfahren unter Verwendung von Normalbeton mit pulverförmigen oder flüssigen Erstarrungsbeschleunigern

Im Tunnelbau wird derzeit das Nassspritzverfahren bevorzugt. Trockenspritzbeton hingegen wird meist bei Hangsicherungsmaßnahmen oder Baugrubensicherungen eingesetzt, da Trockenspritzbeton für diese Anwendungen flexibler und leichter einsetzbar ist. Die wesentlichen Vorteile von Nassspritzbeton liegen in höheren Leistungen pro Stunde, geringer Staubbelastung und geringerem Rückprall. Diese Vorteile wiegen den wesentlichen Nachteil des umfangreicheren Maschinen-Equipments auf.

In Österreich wird Spritzbeton gemäß ÖVBB Richtlinie "Spritzbeton" geregelt. Für Planung und Ausführung ergibt sich für den fertigen Spritzbeton nach dieser Richtlinie folgende Einteilung:

  • Spritzbeton ohne konstruktive Aufgaben (SpC I), wie für Oberflächenvergütungen, kurzzeitige Stützungen während des Bauzustandes
  • Spritzbeton mit konstruktiven Aufgaben (SpC II), wie bei Gebirgssicherungen im Hohlraumbau, Baugrubensicherungen oder Brunnengründungen.
  • Spritzbeton mit besonderen konstruktiven Aufgaben (SpC III), wie bei einschaliger Bauweise und Spritzbeton-Innenschalen

Nachstehende Tabellen beschreiben Einteilung und Richtwerte für die Zusammensetzung des Mischgutes.

Nicht zu unterschätzen sind speziell tiefe Temperaturen im Winter, wodurch die Frühfestigkeitsentwicklung stark beeinträchtigt werden kann.

Tabelle 2: Richtwerte für die Zusammensetzung des Mischgutes für SpB II und SpB III

Die Festigkeit des Spritzbetons wird in Frühfestigkeitsklassen (J1, J2, J3) und Festigkeitsklassen nach einem festgelegten Zeitpunkt (28, 56 oder 90 Tage) unterteilt. Weiters können für Spritzbeton besondere Eigenschaften, wie Wasserundurchlässigkeit, Sulfatbeständigkeit
oder Frosttaumittelbeständigkeit festgelegt werden.

Grenzen der Anwendbarkeit

Hauptsächliche Fehlerquellen bei Trockenspritzbeton ist der Feuchte-Gehalt der Gesteinskörnungen, der auf das Spritzbindemittel (SBM-FT) abgestimmt werden sollte. Meist unterschätzte Merkmale von Trockenspritzbeton sind hoher Rückprall und Staubentwicklung, die hinsichtlich Arbeitssicherheit das Personal, speziell im Tunnelbau, erheblich behindern können. Ordnungsgemäß gewartetes und funktionsfähiges Equipment sind Grundvoraussetzung für alle Spritzbetonanwendungen. Die Anwendung von Nassspritzbeton erfordert spezielles Augenmerk auf das Verhalten von Zement mit flüssigem Erstarrungsbeschleuniger. J3 - Nassspritzbeton ist möglich, benötigt aber leistungsfähige Zemente und Beschleuniger.

Nachbehandlung

Eine Nachbehandlung von Spritzbeton ist nur dann erforderlich, wenn besondere Eigenschaften (z.B. SpC III) oder wenn besondere Umstände (z.B. starke Austrocknung oder Abkühlung) gegeben sind. In solchen Fällen sind die Spritzbetonoberflächen über sieben
Tage, vorzugsweise indirekt mittels vorgehängter, ausreichend bewässerter Abdekkungen (z.B. Vlies) feucht zu halten oder mit einem
Nachbehandlungsmittel ausreichend zu besprühen.

Produkteinsatz

Trockenspritzbeton:

  • Permonit SBM I für ofentrockene Gesteinskörnung
  • Permonit SBM II für feuchte Gesteinskörnung Nassspritzbeton:
  • CEM II/A-M (S-L) 42,5 N WT 38 der schwarze® für normale Anwendungen
  • CEM II/A-S 42,5 R WT 42 der grüne® für gesteigerte Anforderungen an die Frühfestigkeitsentwicklung
  • CEM I 42,5 R WT 38 C3A-frei/HS C3A-frei der contragress® bei Sulfatangriff
  • CEM I 52,5 R der blaue® bei hohen Anforderungen an die Frühfestigkeitsentwicklung
  • Fluamix C® als Betonzusatzstoff für bessere Verarbeitbarkeit bzw. Optimierung des Wasserbedarfs
Lafarge

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