Spezialtiefbau

Dichte Schlitzwände

Definition

Dichte Schlitzwände sind wandartige Fundierungskörper. Ihr Hauptanwendungsgebiet bildet die Errichtung einer massiven, verbleibenden Umschließung der Baugrube bei schwierigen Bodenverhältnissen und bei mehreren Tiefgeschoßen. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit der Abdichtungswirkung sind je nach Art und Zweckbestimmung des Bauwerkes unterschiedlich. Die äußeren Einflussfaktoren wie Wasserdruck bzw. klimatische Verhältnisse der durch die Schlitzwand

umschlossenen Räume sind maßgebend für die Realisierbarkeit einer Anforderungsklasse. Anforderungsklassen sind gemäß ÖVBB Richtlinie "Dichte Schlitzwände" aufgelistet.
In statischer Hinsicht werden Schlitzwände gleichzeitig als Kellerwände, mit oder ohne Vorsatzschale, und als lastenleitenes Elemente der Kräfte in den Boden genutzt.

Daten und Fakten

Schlitzwandtypen

  • Einphasenschlitzwand
    Im Gegensatz zur Zweiphasenschlitzwand übernimmt das hier eingesetzte Material (Beton) sowohl die Funktion der Stützflüssigkeit als auch die des verbleibenden Wandbaustoffes.
  • Zweiphasenschlitzwand
    Das bedeutet, dass in jeder Phase unterschiedliche Materialien zu Einsatz kommen. In der 1. Phase, d.h. während des Aushubs, benötigt man eine Stützflüssigkeit. In der 2. Phase wird diese gegen den endgültigen Wandbaustoff (Beton) ausgetauscht.

Produkteinsatz und empfohlene Betonsorten siehe unten.

 

Bohrpfähle

Definition

Bohrpfähle sind Tiefgründungen, deren Aufgabe es ist, größere Lasten wirtschaftlich in tiefliegende, tragfähige Bodenschichten abzutragen. Vertikallasten (sogenannte Normalkräfte) werden am unteren Ende des Pfahls als Spitzendruck und/oder entlang ihres Mantels (Pfahlschaft) als Mantelreibung übertragen.

Wird eine Fundierung nur aus Pfählen, die auf Spitzendruck tragen, hergestellt, spricht man vom einer „stehenden“, bei einer Aufnahme aller Lasten durch Mantelreibung von einer "schwimmenden" Pfahlgründung.
In den meisten Fällen ist die Ableitung der Kräfte durch Spitzendruck und Mantelreibung gegeben. Dabei kommen Pfahldurchmesser von 30 bis 200 cm und Pfahllängen von bis zu 70 m (in Ausnahmefällen auch länger) in vertikaler und schräger Lage zur Ausführung.
Da bei jeder Art von Gründung nicht nur vertikale, sondern auch horizontale Lasten in den Boden abgeleitet werden, können Pfähle als Schrägpfähle, die Horizontalkräfte ableiten, angewendet werden.

Daten und Fakten

Das Bohrverfahren wird je nach Aufgabenstellung angewendet

  • Greifbohrung mit Verrohrungseinheit oder HW-Schwinge
  • Drehbohrung mit Bohrschnecke oder Bohreimer
  • Endlosschneckenbohrung (SOB) mit Durchmesser von 55 + 56 cm
  • Vor-der-Wand (VDW) Pfähle mit den Durchmessern von 42 + 52 cm

Je nach Verwendungszweck werden die Bohrungen ausbetoniert, verfüllt oder als Bohrloch für den Einbau verschiedener Stütz- oder Tragelemente verwendet.
Für die Anforderung als technisch dichte Wand können Pfähle überschnitten als Pfahlwand ausgeführt werden. Für Sonderfälle ist es möglich, Pfähle noch bei einer Arbeitshöhe von 6,5 m auszuführen.

Produkteinsatz

Dichtwände und Hochdruckinjektionen - Bodenverpressung (HDI)

Dichtwände - Definition

Einsatzgebiete für Dichtwände sind beispielsweise:

  • Vertikale Abstützung und Abdichtung von Baugruben
  • Herdmauern im Dammbau
  • Vertikale Schadstoffsperren im Deponiebau
  • Einkapselung von Altlastenstandorten
  • Abdichtung von Grundwasserleitern
  • Grundwasserschutz
  • Verbau (Dichtwand mit eingestellter Spundwand)

Daten und Fakten

Dichtwandtypen

  • Gegriffene Dichtwand (Dicke 40 bis 80cm) im Einphasenverfahren bis zu 50 m Tiefe oder
  • Zweiphasenverfahren mit unterschiedlichen Wandbaustoffen wie Erdbeton, Folien oder auch Spundwänden als statisches Element (Spundwände stellen gleichermaßen eine Dichtungsmaßnahme im Untergrund dar und haben zusätzlich den Vorteil, dass diese auch eine statische Stützfunktion erfüllen.)

Herstellung einer Dichtwand

Nach Räumung der Schlitzstrasse von Hindernissen werden Betonleitwände eingesetzt. Diese geben den Verlauf der Dichtwand vor und bieten dem Greifer eine Führung. Darüber hinaus stabilisieren sie den oberen Bereich des späteren Schlitzes, indem sie den Erddruck an der Schlitzoberkante aufnehmen. Beim Einphasenverfahren wird eine Bentonit-Zement-Suspension zur Stützung des Schlitzes verwendet. Diese Suspension (Dichtwandmasse) verfestigt sich nach Fertigstellung des Schlitzes und bildet so eine wasserrückhaltende Trennwand im Boden.
In besonderen Fällen muss das Zweiphasenverfahren zur Anwendung kommen. Hierbei wird zur Stützung des Schlitzes während der Aushubphase eine Bentonit-Suspension verwendet. Nach Fertigstellung des Aushubs wird dies durch eine Bentonit-Zement-Suspension ausgetauscht.

Produkteinsatz

  • Bei Vorort-Mischung der Bentonit-Zement-Suspension: CEM III/B 32,5 N - LH/SR DER VIOLETTE®
  • Bei Fertigmischungen: Setzen Sie sich mit unserem Tochterunternehmen TAL in Verbindung:

TAL Betonchemie Handel GmbH
7. Haidequerstraße 3, 1111 Wien
Tel. 01/769 19 46, Fax DW 3438

Hochdruckinjektionen - Bodenverpressung (HDI)

Definition

Unter Hochdruckinjektionen versteht man das Einpressen fließfähiger Mittel in den Untergrund zur Verbesserung der Tragfähigkeit von Böden oder zur Absicherung von bestehenden Bauwerken oder Baugruben.

Daten und Fakten

In das Erdreich wird eine sogenannte Injektionslanze eingeführt mit der Zementsuspensionen mit Hochdruck in die im Baugrund befindlichen Hohlräume oder unter bestehende Fundamente eingepresst werden. Dort erhärten diese Suspensionen und bilden eine feste tragfähige Masse.
Die Unterfangung von tragenden Elementen - beispielsweise von Nachbargebäuden bei einer Lückenbebauung - ist ein gängiger Fall für den Einsatz der HDI-Technik. Durch die Unterfangung mit HDI ist es möglich, unmittelbar an die vorhandene Nachbarbebauung anzuschließen. HDI wird deshalb auch vielfach bei Sanierungen und Abdichtungen angewendet.

 

 

 

 

Produkteinsatz

  • Bei Vorort-Mischung: CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw. CEM II/A-S 52,5 N WT 42 DER GRÜNE® oder CEM III/B 32,5 N - LH/SR DER VIOLETTE®, je nach Festigkeitsanforderungen
  • Bei Fertigmischungen: Setzen Sie sich mit unserem Tochterunternehmen TAL in Verbindung:

TAL Betonchemie Handel GmbH
7. Haidequerstraße 3, 1111 Wien
Tel. 01/769 19 46, Fax DW 3438

z.B.: Doloment 50
Doloment 60
Doloment 70

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