Spezialbeton: Selbstverdichtender Beton

Definition

Selbstverdichtender Beton (SCC Self Compacting Concrete) ist ein Beton, der ohne Einwirkung zusätzlicher Verdichtungsenergie (z.B. Stochern, Rütteln, etc.) in die Schalung eingebaut wird, allein unter dem Einfluss der Schwerkraft fließt, entlüftet und jeden Hohlraum innerhalb der Schalung und Bewehrung ausfüllt.

 

Daten und Fakten

Selbstverdichtender Beton stellt für viele Anwendungsmöglichkeiten eine zweckmäßige Alternative zu konventionell verdichtbarem Beton dar. Vorteile von selbstverdichtendem Beton sind:

  • Hohe Einbauleistung - Steigerung der Produktivität
  • Geringe Lärmbelästigung beim Einbau
  • Größere Vielfalt bei der Formgebung und Oberflächenqualität
  • Reduktion der Nacharbeiten
  • Betonieren von Bauteilen mit eng liegender Bewehrung oder hoher Bewehrungsdichte
  • Verfüllung schwer zugänglicher Stellen
  • Exzellente Sichtbetonflächen, dichtes Betongefüge und damit hohe Dauerhaftigkeit

Selbstverdichtender Beton wird gemäß ON B 4710-1 und dem ÖVBB Merkblatt "Selbstverdichtender Beton" geregelt und durch Angabe der Bezeichnung "SCC" in der Betonsortenbezeichnung deklariert.

Grundregeln für die Zusammensetzung, Herstellung, Einbau und Nachbehandlung von SCC

Die Eigenschaften (Frisch- und Festbeton) von SCC beruhen im Wesentlichen auf:

  • einem hohen Mehlkorngehalt (Kornanteil < 0,125 mm) von mindestens 500 kg/m³: Zement, Betonzusatzstoffe, Steinmehl
  • einer sandreichen Kornzusammensetzung: Bei GK 16 z.B. 50 % 0/4 mm, 15 % 4/8 mm und 35 % 8/16 mm
  • der Verwendung von hochwirksamen Fließmitteln, die ein Fließmaß von 60 bis 75 cm sicherstellen und einer möglichen Kombination mit Stabilisatoren oder Entschäumern, um den Luftgehalt herabzusetzen
  • einem Wassergehalt von < 190 l/m³, um Schwindprobleme zu vermeiden
  • hohe Gleichmäßigkeit aller Ausgangsstoffe und der Betonherstellung (Mikroprozessorsteuerung)
  • entsprechende Mischzeit und Mischenergie: Normalerweise 45 – 90 sec., bei Doppelwellenmischern bzw. Ringtellermischern mit Wirbler mind. 30 sec.
  • einer stabilen, tragfähigen und dichten Schalung (Schalungsdruck beachten: Hydrostatischer Druck)
  • einem entsprechenden Einbau (ähnlich Unterwasserbeton mit Betonierschlauch oder über Zwangsanschluss mit Pumpe von unten)
  • einer entsprechenden Nachbehandlung, die noch sorgsamer durchgeführt wird als bei Normalbeton

Produkteinsatz

Je nach Anforderungen sind im Zuge der Eignungsprüfung geeignete Ausgangsstoffe zu wählen, wobei das Zusammenwirken von Zement und Zusatzmittel im Vordergrund steht.

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