Schwimmbäder

Definition

Als Schwimmbäder bezeichnet man Räumlichkeiten, in denen große, mit Wasser gefüllte Becken zum Baden oder Schwimmen bereitstehen. Aus Hygienegründen werden dem Wasser auch chloridhältige Chemikalien zugesetzt. Chlorsalze sind in hohem Maße lösliche und „bewegliche“ Stoffe und können mit Feuchtigkeit tief in den Beton eindringen und dort die Stahlbewehrung zum allseits bekannten Rosten bringen.
Die wesentlichste Anforderung an Betonbauteile von Schwimmbecken, aber auch an umgebende Stahlbetonelemente (z.B. in Hallenbädern) ist daher neben der Wasserundurchlässigkeit, die Minimierung der Kapillarporen im Beton für erhöhte Beständigkeit gegen Chloridangriff. Zusätzlich ist bei Anlagen im Freien auf eine mögliche Frostbeanspruchung zu achten, welche durch Chloride wesentlich verstärkt werden kann.
Werden die Schwimmbecken mit Thermalwasser beschickt oder sind besonders weiche Wässer vorgesehen, so ist eine chemische Untersuchung des Wassers und eine Beurteilung des Angriffsgrades auf Beton durch einen Fachmann unverzichtbar.

Daten und Fakten

Die Anforderungen für in hohem Maße wasserundurchlässige Betonbauteile und Einwirkung von Chloriden auf Stahlbeton finden sich in der ON B 4710-1 und in der ÖVBB-Richtlinie "Wasserundurchlässige Betonbauwerke - Weiße Wannen".

Nach ON B 4710-1 sind diese Betone den Expositionsklassen XD1 bis XD3 zuzuordnen. Die Klassen XD1 und XD2 werden in der ON B4710-1 mit den Betonkurzbezeichnungen B2, B3, B4, B5 und B6/C3A-frei in jedem Fall abgedeckt.

Weitere betonangreifende Medien werden durch die Tabelle 2 der ON B4710-1 mit den Umweltklassen XA1L bis XA3L bzw. XA1T bis XA3T abgedeckt.

Die Klasse XA1L wird mit B2, B3, B4 und B5, XA2L sowie XA2T werden mit B6/C3A-frei in jedem Fall abgedeckt. Ergibt sich die Zuordnung des Angriffsgrades in die Klasse XA1T, so können die gleichen Kurzbezeichnungen wie für XA1L mit dem Zusatz /XA1T/C3A-frei verwendet werden, z.B. C25/30/B2/XA1T/C3A-frei.

Entsprechend der ÖVBB-Richtlinie "Wasserundurchlässige Betonbauwerke - Weiße Wannen" sind ohne besonderen chemischen Angriff die Platten-Bauteile mit C25/30(56)/BS1 A und Wände mit C25/30/BS2 A zu qualifizieren. Die Ausschreibung und Verwendung von Beton nach dieser Richtlinie macht in der Praxis jedoch nur für öffentliche Großprojekte mit hohen Anforderungen an die Dauerhaftigkeit Sinn.

Für in der Regel vorgesehene Anstriche, Beschichtungen oder Verkleidung mit Fliesen ist eine Abreißfestigkeit (= Betonzugfestigkeit an der Oberfläche) von mind. 1,5 N/mm² erforderlich. Dies entspricht lt. ON B4710-1 der Abreißfestigkeitsklasse A1,5.

Weitere Regelwerke für Ausschreibung und Ausführung:

  • ÖVBB-Richtlinie "Geschalte Betonflächen - Sichtbeton"

Beispiele für Betonsorten

(ohne Berücksichtigung der Richtlinie "Weiße Wannen")

Unterlagsbeton, Ausgleichs- oder Gefällsbeton; wenn keine Beständigkeit gegen Einwirkungen gemäß der Expositionsklassen erforderlich ist:
X0/F38

Bodenplatte für Becken im Innenbereich oder im Freien:
C25/30/B3/A1,5/GK22/F45

Wand für Becken im Innenbereich:
C25/30/B2/A1,5/GK22/F45

Wand für Becken im Außenbereich:
C25/30/B3/A1,5/GK22/F45

Abdeckplatten und Einfassungen ohne Anstrich/Beschichtung für den Außenbereich:
C25/30/B5/GK16/F45

Abdeckplatten und Einfassungen mit Anstrich/Beschichtung für den Außenbereich:
C25/30/B5/A1,5/GK16/F45

Innenbauteile von Hallenbädern:
C25/30/B2/A1,5/GK22/F45

Grenzen der Anwendbarkeit

Die hohen Anforderungen an den Frisch- u. Festbeton und dessen Gleichmäßigkeit sind nur unter Verwendung von Transportbeton zu erzielen.

Nachbehandlung

Die bevorzugte Nachbehandlung für zu beschichtende Betonbauteile ist das Feuchthalten der Betonoberfläche durch Abdecken mit Folien oder Bauschutzmatten mit aufkaschierter Folie. Wegen der Gefahr von Temperaturrissen bei Sonneneinstrahlung keinesfalls dunkle Folien oder Matten verwenden! Das Besprühen mit Wasser ist als Nachbehandlungsmaßnahme nur bei mittleren Tagestemperaturen über +12° C empfohlen. Dabei muss gewährleistet sein, dass die Betonoberfläche während der gesamten Nachbehandlungsfrist niemals austrocknet.
Erfolgt die Nachbehandlung mit flüssigen Nachbehandlungsmitteln gemäß RVS 11.064 Teil II, so sind diese so früh als möglich vollflächig in ausreichender Menge aufzusprühen. Allenfalls ist zu beachten, dass die Haftung später aufzubringender Anstriche oder Beschichtungen nicht beeinträchtigt wird. Auf Sichtflächen dürfen Nachbehandlungsmittel keine bleibenden Verfärbungen hervorrufen. X0-Beton muss nicht nachbehandelt werden.

Produkteinsatz

  • CEM II/A-M (S-L) 42,5 N WT 38 DER SCHWARZE® für Standardanwendungen ab 10° C Lufttemperatur
  • CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw. CEM II/A-S 52,5 N WT 42 DER GRÜNE® bei erhöhten Anforderungen an die Frühfestigkeit und/oder Lufttemperaturen unter 10° C.
  • CEM I 42,5 N - SR 0 WT 27 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 N bzw. CEM I 42,5 R - SR 0 WT 38 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 R bei allen Elementen, welche durch niedrige Wärmeentwicklung während dem Erhärten möglichst frei von Rissen bleiben sollen und/oder bei Sulfatangriff oder dem Betonstandard 1 der Richtlinie „Weiße Wannen“ (z.B. BS1A).
  • FLUAMIX C® (GC-HS) als Betonzusatzstoff zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit und Herabsetzung der Rissgefahr.
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