Parkdecks & Parkhäuser

Definition

Ein Parkdeck ist ein befahrbares Gebäude (Parkhaus, Tiefgarage) für das flächensparende Parken von KFZ oder sonstigen Verkehrsmitteln in mehreren Etagen übereinander. Die Nutzung beansprucht in erster Linie die Fahrbahnoberfläche, welche direkt befahren wird oder als Grundlage für eine Beschichtung dient. Diese Fahrbahnplatten werden entweder als Aufbeton für Fertigteile oder bei Ortbetonbauweise meist durch "Verbesserung" der einschichtigen Boden- oder Deckenplatte ausgeführt. Sie werden als Stahlbeton oder als Faserbeton hergestellt und ähnlich den "monolithischen Bodenplatten" durch Einstreuen von Hartstoffen oder Hartstoffen/Zementgemischen verbessert. Eine Alternative ist die Verbesserung der Betonoberfläche durch Absaugen von Wasser aus dem Frischbeton, durch Aufbringen eines Vakuums mittels aufgelegter Saugplatten. Dieses Verfahren wird auch "Vakuumverfahren" genannt.

Besondere Ansprüche an die Betonbauteile werden durch die

  • Beanspruchung aller Bauteiloberflächen durch Chloride und Auftaumittel,
  • Beständigkeit der Fahrbahnoberflächen gegen Verschleiß bzw. mechanische Angriffe und
  • die Griffigkeit der Fahrbahn

gestellt.

Die Griffigkeit der Fahrbahnoberflächen wird üblicherweise mit Tellerscheiben maschinell hergestellt ("Sandpapierstruktur") und/oder händisch ein sogenannter "Besenstrich" gezogen.

Daten und Fakten

Die wesentlichen Anforderungen an den Beton sind in der ON B 4710-1 und der ÖVBB-Richtlinie "Befahrbare Verkehrsflächen in Garagen und Parkdecks"  enthalten. Den Anforderungen hinsichtlich der Korrosionsgefahr durch Chloride wird mit der Expositionsklasse XD3, eventueller Frost-Taumittel-Angriffe mit XF4 und der Verschleißbelastung mit XM1 bis XM2 entsprochen. Weitere Anforderungen wie z.B. die Beständigkeit/Dichtigkeit gegen Öle und Treibstoffe werden mitabgedeckt; sie sind jedoch in jedem Fall Bestandteil der Beton-Leistungsbeschreibung.
Anforderungen an die Betonbauteile enthält ON B 2211 "Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonarbeiten - Werksvertragsnorm". Wird die Betonoberfläche als einschichtige Platte oder Decke hergestellt und deren Oberfläche durch "Einstreuen" vergütet, so sind wichtige Hinweise im ÖVBB-Merkblatt "monolithische Bodenplatten" enthalten. Hier sind insbesondere Angaben zur Ausschreibung und Ausführung angeführt.

Beispiele für Betonsorten

Fahrbahn- und Stellplatzplatte ohne Hartkorneinstreuung für eine mehrstöckige Tiefgarage eines Wohnhauses, ohne Frosteinwirkung, geringe mechanische Beanspruchung:
C30/37/XC3/XD1/XA1L/XM1/GK22/F45

Alternativ bzw. vereinfacht:
C30/37/B2/XM1/GK22/F45

Gleiches Objekt, jedoch für Einfahrtsrampe:
C30/37/XC3/XD3/XA1L/XF4/XM2/GK22/F45

Alternativ:
C30/37/B7/XM2/GK22/F45

Fahrbahnplatte mit Hartkorneinstreuung für ein Parkdeck eines Einkaufzentrums mit offener Fassade:
C30/37/B5/GK22/F45 oder F52(../B7/.. im Einfahrtsbereich)

Fahrbahnplatte, für das Aufbringen einer Kunststoffbeschichtung geeignet:
C30/37/B5/A1,5/GK22/F45 oder F52

Grenzen der Anwendbarkeit

Die hohen Anforderungen an den Frisch- und Festbeton und dessen Gleichmäßigkeit sind nur unter Verwendung von Transportbeton zu erzielen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt in der Regel mit flüssigen Nachbehandlungsmitteln gemäß RVS 11.064 Teil II. Die Nachbehandlungsmittel sind so früh als möglich vollflächig in ausreichender Menge aufzusprühen. Allenfalls ist zu beachten, dass die Haftung später aufzubringender Anstriche oder Beschichtungen nicht beeinträchtigt wird. Generell sind Maßnahmen zur Verhinderung von Zugluft zu treffen (z. B. Abhängen der Öffnungen) und Schutz vor frühzeitigen Belastungen durch Absperrmaßnahmen vorzusehen.

Produkteinsatz

  • CEM II/A-M (S-L) 42,5 N WT 38 DER SCHWARZE® für Standardanwendungen ab 10° C Lufttemperatur
  • CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw. CEM II/A-S 52,5 N WT 42 DER GRÜNE® bei erhöhten Anforderungen an die Frühfestigkeit und/oder Lufttemperaturen unter 10° C.
  • CEM I 42,5 N - SR 0 WT 27 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 N bzw. CEM I 42,5 R - SR 0 WT 27 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 R speziell bei Platten mit großen Fugenabständen und/oder Einsatz von sulfathältigen Auftaumitteln
  • FLUAMIX C® (GC-HS) als Betonzusatzstoff zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit und Herabsetzung der Rissgefahr.
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