Industriefußbodenplatten

Definition

Auf einer Tragschicht einschichtig hergestellte Ortbetonplatte, deren Oberfläche direkt genutzt wird oder als Grundlage für eine Beschichtung dient. Diese Bodenplatte kann unbewehrt, bewehrt, als Stahlbeton oder als Faserbeton ausgeführt werden. Eine durch Einstreuen von Hartstoffen verbesserte Betonoberfläche (Verschleißschicht) zählt nicht als eigene Schicht. Die Aufgabe des auch als "monolithische Bodenplatte" bezeichneten Bauteils liegt hauptsächlich in der Ableitung von Lasten in den Untergrund und der Aufnahme der sich aus der geplanten Nutzung ergebenden Beanspruchung. Unterbau (anstehender Boden), Tragschicht und Betonplatte (eventuell inklusive Beschichtung) bilden eine konstruktive Einheit.

Im Industriebau mögliche Beanspruchungen (Hallen und Freiflächen):

  • Lasten (i.A. Punkt- und Flächenlasten)
  • Temperaturdifferenzen (Erwärmen bzw. Abkühlen bei der Nutzung)
  • Mechanische Angriffe (Schleif-, Roll- oder Stoß-Verschleiß)
  • Chemische Beanspruchungen (durch Stoffe, die Beton chemisch angreifen können, z.B. Fruchtsäuren, Milchsäuren etc.)

Industriefußbodenplatten erfordern keinen nachträglichen Estrich und sind daher besonders wirtschaftlich herzustellen. Allgemein werden die Oberflächen mit oder ohne Einstreuen von Hartstoffen mit Tellerscheiben maschinell abgeglichen (Sandpapierstruktur).

Daten und Fakten

Die wesentlichen Anforderungen an monolithische Bodenplatten sind in der ON B 2211 "Stahlbeton- und Spannbetonarbeiten - Werksvertragsnorm" und im ÖVBB-Merkblatt "Herstellung von faserbewehrten monolithischen Bodenplatten" enthalten. Hier sind insbesondere Hinweise zur Ausschreibung, Ausführung und Anforderungen Beton angeführt.

Für die Planung sind u.a. zu beachten:

  • Belastungsart und -größe
  • Temperaturverhältnisse bei der Herstellung bei der Nutzung
  • Mechanische und chemische Beanspruchung Oberfläche
  • Baugrundverhältnisse
  • Bemessung der Gesamtkonstruktion für künftige Nutzung
  • Ausreichende Verdichtung der Unterkonstruktion
  • Dickere Platten sind der Bewehrung vorzuziehen
  • Bewegungsfugen beim Anschluss an Bauteile erforderlich
  • Risse und Fugen
  • 2 Polyäthylen-Gleitfolien für verminderte Reibung gegenüber der Tragschichte und verminderte Wasserdampfdiffusion
  • klare Ausschreibung der Leistungen inkl. Herstellung und Nachbehandlung

Beispiele für Betonsorten

Monolithische Bodenplatte ohne Hartkorneinstreuung für eine Lagerhalle ohne Frosteinwirkung und chemischen Angriff, geringe mechanische Beanspruchung durch leichte Stapler (Luftbereifung):
C30/37/XM1/GK22/F45

Monolithische Bodenplatte mit Hartkorneinstreuung für eine Lagerhalle, wasserundurchlässig und beständig gegen schwach chemischen Angriff, geringe mechanische Beanspruchung durch leichte Stapler (Luftbereifung):
C30/37/B2/GK22/F45 oder F52

Monolithische Bodenplatte in einer Produktionshalle, für das Aufbringen einer Kunststoffbeschichtung geeignet:
C30/37/B2/A1,5/GK22/F45 oder F52

Generell sollte für ein günstiges Schwindverhalten der Gesamtwassergehalt des Betons 185 l/m³ und der Bindemittelgehalt 370 kg/m³ nicht übersteigen.

Grenzen der Anwendbarkeit

Die hohen Anforderungen an den Frisch- und Festbeton und dessen Gleichmäßigkeit sind nur unter Verwendung von Transportbeton zu erzielen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt bei monolithischen Platten in der Regel mit flüssigen Nachbehandlungsmitteln gemäß RVS 11.064 Teil II. Die Nachbehandlungsmittel sind so früh als möglich vollflächig in ausreichender Menge aufzusprühen. Allenfalls ist zu beachten, dass die Haftung später aufzubringender Anstriche oder Beschichtungen nicht beeinträchtigt wird. Generell sind Maßnahmen zur Verhinderung von Zugluft zu treffen (z.B. Abhängen der Hallenöffnungen) und Schutz vor frühzeitigen Belastungen durch Absperrmaßnahmen vorzusehen. Bei hohen Anforderungen oder großen Fugenabständen ist der Beton gegen Wärmeabstrahlung noch vor der ersten Nacht mit Bauschutz-Folien abzudecken. Das Entfernen der Abdeckung soll frühestens nach 3 Tagen gegen Mittag, wenn die Temperaturdifferenzen zwischen Beton und Luft am geringsten sind, erfolgen.

Produkteinsatz

  • CEM II/A-M (S-L) 42,5 N WT 38 DER SCHWARZE® für Standardanwendungen ab 10° C Lufttemperatur
  • CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw. CEM II/A-S 52,5 N WT 42 DER GRÜNE® bei erhöhten Anforderungen an die Frühfestigkeit und/oder Lufttemperaturen unter 10° C.
  • CEM I 42,5 N - SR 0 WT 27 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 N bzw. CEM I 42,5 R - SR 0 WT 38 C3A-frei DER CONTRAGRESS® 42,5 R speziell bei Platten mit großen Fugenabständen und/oder Sulfatangriff
  • FLUAMIX C® (GC-HS) als Betonzusatzstoff zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit und Herabsetzung der Rissgefahr.
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