Ausbesserungsarbeiten

Betonkosmetik, Betonsanierung

Generell ist zu unterscheiden zwischen Betonkosmetik und Betonsanierungen:

Betonkosmetik

Kommt häufig nur bei Betonfertigteilwerken und Ortbetonarbeiten vor, wo es ausschließlich um kosmetische
Ausbesserungsarbeiten geht. Zum Beispiel:

  • abgeschlagene Kanten
  • Fugenstöße
  • kleinere Kiesnester

Grundsätzlich wird für Betonkosmetik ein Gemisch aus Zement und Quarzsand oder fertige Spachtelmassen verschiedenster Hersteller verwendet.

Vorsicht

In den meisten Fällen ist nachträglich durchgeführte Betonkosmetik immer als solche zu erkennen bzw. sichtbar (siehe Abbildung). Diese sollte daher nur in Ausnahmefällen bzw. in Abstimmung mit dem Architekten oder Bauherrn durchgeführt werden. Vorgaben bezüglich Betonkosmetik sind in der ÖVBB Richtlinie "Geschalte Betonflächen - Sichtbeton" enthalten.

Betonsanierung

Grundsätze

Grundsätzlich gilt die ÖVBB Richtlinie "Erhaltung und Instandsetzung von Bauten aus Beton und Stahlbeton". Damit für Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen an Betonbauteilen der angestrebte Erfolg nach Art, Güte und Dauer sicher erreicht werden kann,

  • muss der betreffende Beton an seiner Oberfläche so rau und saugfähig sein, dass ein fester und dauerhafter Verbund mit dem aufzubringenden Betonersatz gewährleistet wird,
  • müssen während des Aufbringens der Schutz- und Instandsetzungsstoffe und im angemessenen Zeitraum danach bestimmte Witterungs- und Umgebungsbedingungen erfüllt sein,
  • müssen spezielle zementhaltige Instandsetzungsmörtel und -betone ausreichend lang und sachgerecht nachbehandelt werden, um eine ausreichende Festigkeitsentwicklung der Instandsetzungsmörtel und -betone sowie der zementhaltigen Spachtelmassen unter Baustellenbedingungen sicherzustellen. Die Nachbehandlung ist für die Dauerhaftigkeit der Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen wesentlich.

Oberflächenbeschaffenheit

Die Oberfläche sollte frei sein von:

  • Losen, mürben Teilen und Graten
  • Parallel zur Oberfläche oder schalenförmig im oberflächennahen Bereich verlaufenden Rissen und Ablösungen
  • Artfremden Stoffen (wie Gummiabrieb, Trennmittel, Altbeschichtungen, Ausblühungen, Öl, Bewuchs etc.)

Nach Abschluss der Untergrundvorbereitung müssen im Betonuntergrund fest eingebettete Gesteinskörner mit einem Durchmesser größer als 4 mm zumindest kuppenartig frei liegen. Poren und Lunker sind ausreichend zu öffnen. Kiesnester und Hohlstellen sind sachgerecht auszuarbeiten und auszufüllen. An der Oberfläche vorhandene, nicht im System geprüfte Instandsetzungsbetone und -mörtel müssen sachgerecht vorbereitet werden.

Korrosionsschutz der Bewehrung

Nach Feststellung von Art, Lage und Betondeckung der Bewehrung sind die Tiefe der Karbonatisierungsfront und ihr Abstand zur Bewehrung festzustellen und die Anwendbarkeit des gewählten Instandsetzungsprinzips zu beurteilen. Bei Verdacht auf in den Betonuntergrund eingedrungene Schadstoffe sind deren Art (insbesondere Chloride) und Gehalt in einem Tiefenprofil zu ermitteln und die Maßnahmen zum Korrosionsschutz auf Wirksamkeit zu beurteilen.

Betonfeuchte

Für das Aufbringen von zementgebundenen Haftbrücken und Instandsetzungsmörteln und -betonen ohne und mit Kunststoffzusatz muss bzw. kann der Betonuntergrund feucht sein. Feucht ist ein Betonuntergrund dann, wenn er mattfeucht aussieht, aber keinen glänzenden Wasserfilm aufweist und sein Porensystem nicht wassergesättigt ist; aufgebrachte Wassertropfen müssen eingesogen werden und nach kurzer Zeit muss die Oberfläche wieder matt erscheinen. Die für das jeweilige Bauprodukt erforderliche Betonfeuchte ist in den zugehörigen technischen Merkblättern definiert.

Temperatur und Witterungsbedingungen

Die Temperaturen des Betonuntergrundes und der unmittelbar überlagernden Luftschicht müssen während des Aufbringens und im angemessenen Zeitraum danach in dem für das jeweilige Instandsetzungsprodukt im technischen Merkblatt festgesetzten Bereich liegen.
Beachten Sie auch, dass Betonsanierung nicht bei Niederschlag (z.B. Regen oder Schneefall), Windstärken unter > 3 Beaufort bzw. > ca. 5 m/s (Blätter und dünne Zweige bewegen sich) und starker Sonneneinstrahlung durchgeführt werden sollte.

Erschütterungen

Wenn während des Erhärtens von Instandsetzungsbeton bzw. -mörtel Erschütterungen (z.B. aus Baubetrieb oder Verkehr) zu erwarten sind, sind Bauprodukte einzusetzen, die diese Erschütterungen ohne Nachteile zulassen (Angaben im technischen Merkblatt), oder diese durch Einschränkungen der Ursache im erforderlichen Maße zu vermindern oder zu vermeiden sind.

Produkteinsatz

CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw. CEM II/A-S 52,5 N WT 42 DER GRÜNE®

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