Stahlkrise beeinflusst Zementindustrie

Durch die weltweite Finanzkrise kam und kommt es zu massiven Einbrüche in der Automobilbranche und damit in der Stahlindustrie. Wird weniger Stahl produziert, geht natürlich auch die Roheisenproduktion zurück. 

Roheisen wird in Hochöfen hergestellt. Hochöfen werden mit einem entsprechend abgestimmten Roh- und Brennstoffgemisch beschickt. Danach laufen bei hohen Temperaturen die notwenigen Reaktionen ab. Anschließend kommt es zum Entleeren des Hochofens, dem so genannten Abstich, beim dem auch das flüssige Roheisen als Wertmineral von Nicht-Wertmineralen, also Schlacke, getrennt wird. Schlacke chemisch betrachtet besteht aus Calziumoxid, Siliziumoxid, Aluminiumoxid und diversen Nebenbestandteilen und ist aufgrund dieser Zusammensetzung ähnlich zu Zement. Nach dem Abstich wird Schlacke in Wasserbecken granuliert und als Hüttensand zumeist in der Zementindustrie als Zumahlstoff verwendet. Die österreichische Zement- und Betonindustrie hat eine lange Tradition in der Verwendung von Hüttensand. Beispielsweise sind Portlandhüttenzemente oder Hochofenzemente sehr gut am Markt eingeführt und akzeptiert. 

Leider ging auch an der heimischen Stahlindustrie mit den Standorten Linz und Donawitz die Finanzkrise nicht spurlos vorüber. Massive Reduktionen der Produktionsmengen, speziell am Linzer Standort sind die Folge. Damit steht aber auch die Zementindustrie vor einer großen Herausforderung. Zementmengen sind zwar auch rückläufig, aber das Angebot an Hüttensand verringerte sich dazu überdurchschnittlich hoch. Dadurch ist Lafarge Perlmooser gezwungen entweder massiv bei fast allen Zementrezepturen einzugreifen, was unweigerlich Änderungen bei den Anwendungen zur Folge hätte oder eine schlackereiche Sorte zu reduzieren oder gänzlich aufzulassen. Letzteren Schritt werden wir in Abstimmung mit unseren Kunden durchführen und die Produktion der Zementsorte CEM III/B 32,5 N aus unserem Werk Retznei einstellen. Natürlich steht unser Vertriebsteam diesbezüglich jederzeit zur Verfügung und wird aktiv mit betroffenen Kunden alternative Konzepte erarbeiten, die sicherlich zur beiderseitigen Zufriedenheit gelöst werden können.