Innovation aus dem Hause Lafarge Perlmooser
CEM I 52,5 R SP "der blaue SP" - der Spezialzement für Nassspritzbeton
Ein Jahr nach der Einführung des eigens für Nassspritzbeton entwickelten CEM II/A-S 42,5 R SP, bekannt unter dem Markennamen "der grüne SP" präsentiert Lafarge Perlmooser einen weiteren Meilenstein für diesen Anwendungsbereich. Der neue CEM I 52,5 R SP ermöglicht die Herstellung aller Nassspritzbetone von J1 bis J3. Die Entwicklung war aber nicht dadurch geprägt, alle Frühfestigkeitsklassen zu ermöglichen, sondern maßgeblich war der Umstand, dass die Instandhaltung von Tunnel, speziell der Entwässerungssysteme aufgrund von Versinterungen, sehr aufwendig, schwierig und kostspielig ist. Versinterungen, chemisch-mineralogisch gesehen nichts anderes als CaCO3, also Kalkstein, werden unter anderem durch ein "Auswaschen" des Spritzbetons hervorgerufen. Das dafür verantwortliche Calziumhydroxid (Ca(OH)2) entsteht bei der Reaktion Zement, eigentlich Klinker mit Wasser, lässt aufgrund des hohen pH-Wertes Bewehrungsstahl nicht rosten, dient so nebenbei als Anreger für latent-hydraulische und puzzolanische Stoffe wie Hüttensand und Flugasche und kann aber auch zu lästigen Kalkausblühungen oder Kalkaussinterungen führen. Bei Spritzbeton benötigt speziell der Beschleuniger diese Komponente, um entsprechend gut reagieren zu können. Dadurch ergab sich eine interessante Herausforderung in der Produktentwicklung: Ca(OH)2 ist gut für die Beschleunigerreaktion, aber schlecht für die Versinterung der Tunnelentwässerung.
Mit der Entwicklung des neuen CEM I 52,5 R SP aus unserem Werk Retznei ist es nun gelungen diesen "Spagat" zu schlagen. Das Sensationelle dabei ist, dass nunmehr J2 Spritzbetone mit 280 bis 320 kg/m³ Zement plus 140 bis 100 kg/m³ Fluamix C (Betonzusatzstoff gemäß ON B 3309) möglich sind. Damit wird im Vergleich zu den bisher bekannten J2 Betonen der Zementgehalt um teilweise bis zu 120 kg/m³ gesenkt. Gleichzeitig sinkt der Klinkeranteil pro m³ Beton, damit die Summe des dabei entwickelten Ca(OH)2, weiters tritt Fluamix C mit den Komponenten Hüttensand und Flugasche als Ca(OH)2 "Räuber" auf und lässt den Spritzbeton in seinem Gefüge dichter werden und letztlich freut sich der Instandhalter der Tunnelentwässerung. Wie dieser Zement das schafft, bleibt unser Geheimnis.

