Brasilianische Wirtschaftsdelegation besucht Lafarge

Eine brasilianische Wirtschaftsdelegation bestehend aus hohen Beamten und Unternehmern besuchte das Lafarge Zementwerk Mannersdorf, um sich vor Ort ein Bild über die thermische Verwertung von Abfall zu machen. Mannersdorf wurde nicht zufällig gewählt – schließlich gilt das Alternativ-Brennstoffkonzept des Zementwerks als branchenführend und zukunftsweisend.
In Brasilien soll es ab 2014 neue rechtliche Vorschriften über den Umgang mit Abfall geben. Die Mitglieder der Delegation, die aus dem Bundesstaat Santa Catarina stammen, haben sich zu einem regionalen Abfallverband zusammengeschlossen. Anhand von Führungen in ausgewählten österreichischen Industrieunternehmen soll die Funktionsweise von Abfallsammlung und Verwertung im kommunalen Bereich aufgezeigt werden. Der Mannersdorfer Werksleiter Philipp Raich freut sich über das große Interesse und stellt fest: „mit der thermischen Verwertung heizwertreicher Abfälle als Ersatzbrennstoffe leisten wir einen ökologisch wichtigen Beitrag zur sparsamen Nutzung von Ressourcen.“
Nachhaltige Abfallwirtschaft im Zementwerk
Seit 2004 ist die Deponierung von Abfällen, deren Wärmeinhalt eine bestimmte Grenze beträgt, nicht mehr zulässig. Jener Restabfall, der nach der Sortierung übrig bleibt, muss vor der Deponierung vorbehandelt werden. Philipp Raich dazu. "Um die Deponieverordnungen von 2004 bzw. 2008 überhaupt implementieren zu können, kommt der Aufbereitung von industriellen Feuerungsanlagen, wie zum Beispiel in einem Zementwerk, eine große Bedeutung zu."
Im Zementwerk Mannersdorf werden seit vielen Jahren Maßnahmen zum Umweltschutz realisiert. Dazu gehört der Einsatz von Ersatzbrennstoffen genau so wie moderne Filteranlagen. Eine im Jahr 2003 errichtete Spezialanlage zur Reduktion von Stickoxiden (NOx) ermöglicht die Einhaltung der aktuellen Grenzwerte. Mit Jahresende wird die neu errichtete SCR[1]-Anlage zur effizientesten Reduktion der Stickoxide in Betrieb gehen. Dadurch ist das Werk in der Lage, einen NOx-Grenzwert von nur 0,2 Gramm pro Kubikmeter Abgas zu erreichen. Mit dieser Technologie ist Lafarge in der Lage, die NOx-Emissionen um 60 Prozent zu vermindern.
Heute werden im Zementwerk Mannersdorf vielfältige Ersatzbrennstoffe (EBS) verwertet. Die eingesetzten EBS sind heute aufbereiteter Kunststoff, Sonnenblumenschalen und Tiermehl. Die Ersatzbrennstoff-Palette soll künftig erweitert und die Gesamtmenge eingesetzter EBS erhöht werden. Verwertet werden Ersatzbrennstoffe zusammen mit konventionellen Brennstoffen in der sogenannten Mitverbrennung und unterliegen dabei strengen gesetzlichen Auflagen.
Im Einklang mit der Umweltstrategie der Lafarge-Gruppe verpflichtet sich das Unternehmen, kontinuierlich seinen Beitrag zur Emissionsreduktion und zum Umweltschutz zu erhöhen. Die Umweltstrategie entspricht nicht nur den aktuellen Rahmenbedingungen, vielmehr setzt Lafarge Zementwerke GmbH mit seinen Projekten Maßstäbe für die Zukunft.
[1] Selektive katalytische Reduktion. Bezeichnet eine Technik zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen von Feuerungsanlagen.

