Betonieren im Winter

Betonieren im Winter

Beton erhärtet bei niedrigen Temperaturen langsamer und bei Temperaturen unter 0° Celsius praktisch kaum mehr.

Gefriert frischer oder nur wenig erhärteter Beton, dann bilden sich Eislinsen, die das Gefüge zerstören. Erst wenn ein Beton eine Druckfestigkeit von etwa 5 N/mm² erreicht hat, erleidet er erfahrungsgemäß bei einmaligem Einfrieren keinen Schaden, vorausgesetzt, dass er nicht mit Wasser durchtränkt ist. Stark durchnässter Beton wird vom Frost viel stärker angegriffen.

Beim Betonieren unter +5° Celsius sind daher besondere Maßnahmen zu treffen:

  • den Zementgehalt um mindestens 10% erhöhen, damit ein niedrigerer W/Z-Wert erreicht wird
  • Zemente höherer Güteklassen (z.B. DER GRÜNE® CEM II/A-S 42,5 R WT 42 bzw.  CEM II/A-S 52,5 N WT 42) verwenden, weil diese schneller erhärten und mehr Wärme entwickeln
  • den in die Schalung eingebrachten Beton mittels Wärmedämmung auf einer Temperatur von mindestens +5°C halten. 

Die Erhöhung des Zementgehaltes bis zu 50 kg/m³ bzw. die Verwendung von Zement mit rascherer Wärmeentwicklung ist ohne neuerliche Erstprüfung möglich, wenn dies vorher vereinbart wurde (siehe ÖNORM B 4710-1, "Betonieren bei kühler Witterung").

Bei Temperaturen unter -5° Celcius empfehlen wir die Betonierarbeiten einzustellen.

 

Erwärmen des Frischbetons (nur bei Mischanlagen möglich)
Nach ÖNORM B 4710-1 muss der Beton beim Einbringen in die Schalung eine Temperatur von mindestens +5° Celsius haben. Bei Lufttemperaturen unter +3° mindestens +10° Celsius.

  • Bei leichtem Frost genügt es meist, das Anmachwasser oder Sand und Kies zu erwärmen. Wie stark das Anmachwasser angewärmt werden muss, hängt von der Temperatur der Gesteinskörnung (Zuschläge) ab.
  • Bei feuchten Gesteinskörnungen wird weniger Wasser beigegeben; das Wasser muss dann natürlich entsprechend stärker erwärmt werden.
  • Anmachwasser, das eine Temperatur über 60° Celsius hat, muss mit dem Kiessand vorgemischt werden, bevor es mit dem Zement in Berührung kommt.

Auch bei tiefen Temperaturen muss der Beton nachbehandelt werden. Auf keinen Fall aber mit Wasser, sondern durch Abdecken z.B. mit Strohmatten, Styroporplatten usw. Gut ist auch das Abdecken mit Folien als Schutz gegen das Austrocknen.

Lafarge

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