Impulsgeber für die Region

Die österreichische Zementindustrie ist ein fester Bestandteil der heimischen Industrielandschaft mit einer mehr als 100-jährigen Tradition. Um die Bedeutung der Zementindustrie auch mit Daten belegen zu können wurde 2008 eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ziel, die Zementindustrie mit ihren wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Leistungen zu bewerten. Die Studie sollte feststellen, welche regionalen Effekte von den Standorten mit Zementproduktion ausgehen.

Die österreichische Zementindustrie erzielte 2007 einen Nettoumsatz der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 632 Mio. Euro. Die geografische Verteilung der insgesamt 12 Werksstandorte sichert kurze Transportwege zu den Abnehmern. 81 % der Produktabnehmer befinden sich im eigenen Bundesland und 17 %  im eigenen Bezirk. Die Sachaufwendungen betrugen 412 Mio. Euro, drei Viertel der bezogenen Leistungen stammen aus Österreich. Von den monetären Ausgaben der Zementindustrie fließen 61 Mio. Euro oder 13 % an öffentliche Stellen, über 3 Mio. Euro kommen der kommunalen Ebene zugute. Das Investitionsvolumen bewegt sich seit 10 Jahren jährlich zwischen 30 und 60 Mio. Euro, zwischen 2002 und 2007 flossen davon 23 % in Umweltschutzmaßnahmen.  

Regionalwirtschaftliche Effekte

Die regionalwirtschaftlichen Ergebnisse der Studie zeigen auf, was an Produktion (Umsatz), Wertschöpfung und Arbeitsplätzen verloren ginge, wenn Zement nicht in Österreich hergestellt sondern von ausländischen Quellen bezogen würde. Der Umsatz der österreichischen Zementindustrie von 632 Mio. Euro generierte weitere 883 Mio. Umsatz in Österreich und 170 Mio. Euro im Ausland, das entspricht einem Faktor 1,4. Der ausgelöste Beschäftigungseffekt für Österreich beträgt 6002 Vollzeitkräfte, die den direkt 1785 Beschäftigten in Österreich zugerechnet werden müssen. Jeder Euro Wertschöpfung induziert 4 weitere Euro Wertschöpfung anderswo.  

Regionale Bedeutung der Lafarge Perlmooser Standorte Mannersdorf und Retznei

Ein direkt im Zementwerk Mannersdorf eingesetzter Umsatz-Euro bewegte 1,6 zusätzliche Umsatz-Euro in anderen Teilen der österreichischen Volkswirtschaft. Konkret heißt das, dass durch die Aktivitäten des Zementwerkes 31 Mio. Euro in Finanz- und Versicherungsdienstleistungen flossen, 20 Mio. Euro in Energie- und Wasserversorgung, 10 Mio. Euro in die öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung sowie 8 Mio. Euro in Verkehr und Kommunikation. Die in Mannersdorf beschäftigten Mitarbeiter lösten einen indirekten Beschäftigungseffekt von 981 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) in anderen Unternehmen und Institutionen  aus. Die von Lafarge Perlmooser in Mannersdorf hervorgerufene indirekte Wertschöpfung beträgt 61 Mio. Euro, d.h. 1 Euro Wertschöpfung im Unternehmen erzeugt zusätzlich 2,2 Euro Wertschöpfung innerhalb der österreichischen Volkswirtschaft.

Am Standort Retznei führte 1 Umsatz-Euro zu zusätzlichen 2,1 Euro Umsatz in anderen Sparten. Zusatzumsätze erzielten mit 19,1 Mio. Euro Finanz- und Versicherungsdienstleister, mit 12,6 Mio. Euro Energie- und Wasserversorgungsunternehmen und mit 6,6 Mio. Euro die öffentliche Verwaltung und die Sozialversicherung. Der Wertschöpfungseffekt in Retznei lag bei 1,9. Von den 100 Mitarbeitern in Retznei ging ein Beschäftigungseffekt von 599 VZÄ in anderen Unternehmen aus.