Infolge der zunehmenden Urbanisierung steigt auch die Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur. Allerdings sind Gebäude ein Verursacher nennenswerter CO2-Emissionen und benötigen riesige Energiemengen im Verlauf ihrer Lebensdauer – von der Produktion über den Bau und die Nutzung bis hin zum Abriss.
Die Herausforderung besteht darin, weiterhin zu bauen, aber mit einem neuen Ansatz. Lafarge sieht sich dem nachhaltigen Bauen verpflichtet und arbeitet in Partnerschaft mit anderen Akteuren an der Entwicklung neuer Bauverfahren.
Anders bauen

Die Herausforderungen des nachhaltigen Bauens
Beim nachhaltigen Bauen werden zwei zentrale globale Herausforderungen berücksichtigt.
- die Umweltherausforderung
- die wirtschaftliche und soziale Herausforderung
Die Umweltherausforderung: wenn man die gesamte Lebensdauer berücksichtigt, ist die Bauindustrie für 40% der CO2-Emissionen und des Abfalls in Entwicklungsländern verantwortlich. Weiters ist sie für 40% des Energieverbrauchs in diesen Ländern verantwortlich.
Die wirtschaftliche und soziale Herausforderung: der Bausektor leistet 10% des Weltsozialprodukts (GDP) und beschäftigt über 100 Millionen Menschen. Das sind 28% der Beschäftigten weltweit.
Nachhaltig bauen
Nachhaltige Bauverfahren sollen die Beeinträchtigung der Menschen und ihrer Umwelt durch Bautätigkeit vermindern und gleichzeitig höchste Qualität der Bauwerke im Hinblick auf Ästhetik, Dauerhaltbarkeit und Stabilität gewährleisten. Nachhaltige Bauverfahren berücksichtigen die gesamte Lebensdauer eines Bauwerks, von der Auswahl der Grundmaterialien bis zum Abriss und der Wiederverwertung. Denn nur ein Achtel des Energieverbrauchs während der Lebensdauer eines Gebäudes entsteht durch die Produktion der Baustoffe.
Nachhaltiges Bauen bedeutet:
- Verringerung der negativen Auswirkungen von Baustellen zum Wohle der Arbeiter und der Anwohner (Lärm, Staub, sich wiederholende Tätigkeiten usw.)
- Integrierung erneuerbarer Energiequellen in der Planungsphase
- Einsatz von wiederverwertbaren Materialien während des Baus zur Schonung natürlicher Ressourcen
- Verbesserung der Wärmeträgheit von Gebäuden zur Senkung der Heiz- und Klimatisierungskosten sowie der CO2-Emissionen
- Kontrolle der Alterung von Bauwerken
- Wiederverwertung von Materialien und Strukturen nach dem Abriss
- Konzipierung von kostengünstigem Wohnraum zur Verbesserung der Lebensbedingungen von ärmeren Bevölkerungsschichten
Nachhaltiger Wohnungsbau zu angemessenen Kosten? Das Projekt "Affordable Housing for the Masses" (Bezahlbarer Wohnraum für die Massen), das von Lafarge in Indien gestartet wurde, hat das Ziel, benachteiligten Bevölkerungsschichten den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern. Dieses Projekt betont, dass es sinnvoll ist, Beton und Zement zum Bau von kostengünstigen Häusern einzusetzen, bei denen Umweltaspekte berücksichtigt werden. Auch das Projekt Eco-City, das von Lafarge und dem W.W.F. (World Wide Fund for Nature) in Südafrika initiiert wurde, hat dieses Ziel. Lafarge South Africa spendete 300 Tonnen Zement und 70 m³ Beton zum Bau eines Dorfs mit 30 umweltfreundlichen Häusern in Midrand, einem armen Stadtteil von Johannesburg. Der Energieverbrauch dieser Häuser ist gering, insbesondere aufgrund der Nutzung von Solarenergie.
Nachhaltige Gebäude: nicht so teuer wie es scheint!
Ergebnisse einer Studie des W.B.C.S.D.
Fachleute des Bausektors schätzen oft, dass die Kosten beim Bau eines umweltfreundlichen Gebäudes 17% höher liegen als bei einem konventionellen Gebäude. Tatsächlich ist dieser Schätzwert mehr als dreimal so hoch wie der tatsächliche Unterschied, der nur etwa 5% beträgt!
Dies ergab eine Studie, die von Lafarge in Kooperation mit Teilen des W.B.C.S.D. im Rahmen des Projekts "Energy Efficient Buildings" (Energieeffiziente Gebäude) durchgeführt wurde.
Dieses Missverständnis ist ein erhebliches Hindernis beim Bau umweltfreundlicher Gebäude.
Über 500 Forscher arbeiten bei Lafarge an der Entwicklung neuer Baustoffe, stets im Hinblick auf nachhaltiges Bauen. Die Gruppe analysiert die Lebensdauer von Stoffen zur Erarbeitung von Umwelt- und Gesundheitsdatenblättern. Auf Grundlage dieser Datenblätter können neue Baustoffe mit optimierten Leistungseigenschaften entwickelt werden.
Fortlaufende Anstrengungen werden auch zur Optimierung der Wiederverwertung von Baustoffen unternommen. Lafarge verwendet Abfallstoffe und Nebenprodukte anderer Industrien zur Ersetzung von bis zu 50% der natürlichen Rohstoffe.
Die Gruppe arbeitet zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft an Prozessen zur Sammlung und Lagerung von Kohlenstoff im Rahmen der fortlaufenden Anstrengungen zur Abwendung des Klimawandels.
Lafarge hat im Jahr 2006 in Partnerschaft mit der Ecole des Ponts und der Ecole Polytechnique auch den Lehr- und Forschungsstuhl für die Wissenschaft der nachhaltigen Baustoffe eingerichtet. Durch dieses einzigartige Lehr- und Forschungsprogramm sollen wissenschaftliche Grundlagen für das nachhaltige Bauen gelegt werden.

